OLDENBURG 2008OLDENBURG 2008

DER RÜBENFELD ENTDECKUNGSPLAN

Das Interesse der Medien am Communauten-Projekt ist groß, und die Communuaten probieren auch gleich aus, wie es ist, eine Radioreporterin zu sein
Das Interesse der Medien am Communauten-Projekt ist groß, und die Communuaten probieren auch gleich aus, wie es ist, eine Radioreporterin zu sein

Das Communauten-Projekt mit den Oldenburger Grundschülern wurde an der Grundschule Röwekamp als AG angeboten. Die AG fand an sechs Terminen statt. Der wöchentliche Rhythmus sicherte die kontinuierliche Arbeit. Unterschiedliche Erwartungshaltungen der beiden Teamleiterinnen Christina Pluschke (Studentin) und Eva-Maria Frömmchen-Neddermann (Museumspädagogin am Niedersächsischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg) sowie der beteiligten Kinder galt es zunächst, miteinander zu verbinden. Als ein gemeinsames Ziel formuliert ist, ist diese Schwierigkeit aber überwunden.

 

Sieben Grundschüler der 2. und 3. Klasse machen sich auf den Weg und erkunden ihre Umgebung. Ihre Schule heißt „Röwekamp“ – was mag das bedeuten? „Röwekamp“ heißt so viel wie „Rübenfeld“, und das ist natürlich spannend. Die Schule steht also auf einem ehemaligen Rübenfeld! Schnell entwickelt sich ein kleines Ritual: In der Pause eines jeden Treffens gibt es einen Möhren-Snack!

 

Christina Pluschke und Eva-Maria Frömmchen-Neddermann entwickeln einen „Rübenfeld-Entdeckungsplan“. Schwierig ist es zunächst, die noch sehr jungen Schülerinnen und Schüler über einen langen Zeitraum immer wieder für eine Sache zu motivieren, doch auf dem Weg größtmöglicher Anschaulichkeit kann diese Klippe bewältigt werden. Ein Beispiel: Bei der Erkundung des Viertels, in dem die Schule liegt, können die Kinder ganz selbstverständlich in die Rolle eines Stadtführers schlüpfen, denn ihre Leiterin Christina Pluschke stammt nicht aus Oldenburg. Ihr zeigen sie voller Stolz den „Fidi“, das ist der Spielplatz am Friedrich-August-Platz.

 

Nun gilt es, diese Attraktion mit herkömmlichen Mitteln zur Erkundung einer Stadt in Beziehung zu setzen. Erwachsene benutzen häufig einen Stadtplan – aber in einem Stadtplan von Oldenburg ist der „Fidi“ nicht eingezeichnet. Das ändern die sieben Communauten, indem sie den normalen Stadtplan mit zusätzlichen Punkten versehen, die ihnen wichtig sind. Neben dem Spielplatz sind es die eigene Adresse, die Schule, der Bäcker usw. So wird den Kindern spielerisch bewusst, dass man Stadtpläne nach unterschiedlichen Kriterien aufbauen und anschauen kann.

 

An einem weiteren Termin ist das Thema der Gertrudenfriedhof: Die Leiterinnen sprechen mit den Kindern über die Menschen, die früher im Röwekamp-Viertel lebten; gemeinsam sehen sie sich die Gräber berühmter Einwohner an. Da alte Friedhöfe für Kinder auch eine leicht gruselige Faszination haben, sind die Communauten natürlich an den Legenden interessiert, die sich um diesen Friedhof ranken. Auch Straßennamen sind interessant: Wer steckt hinter einem Namen? Welches Ereignis oder welche längst verschwundenen Grundstücke gaben einst Anlass für Straßennamen, die sich bis in unsere Zeit erhalten haben?


Weil sich bald herausstellt, dass die sieben Schüler noch zu jung sind, um eine Führung für Gleichaltrige zu entwickeln und durchzuführen, einigen sich alle, ein Memory-Spiel über den Stadtteil zu entwerfen und gemeinsam zu basteln. Die Kinder sind nämlich sehr motiviert, aus dieser Projektzeit ein sichtbares Ergebnis mitzunehmen.


Da es an der Grundschule Röwekamp üblich ist, dass ein Kind, wenn es im Unterricht eine Aufgabe besonders schnell gelöst hat, sich in der sogenannten Spiele-Ecke leise beschäftigen kann, war die Idee mit dem Memory-Spiel genau das Richtige. Mit Begeisterung haben die sieben Communauten die Spielkarten gemalt und gebastelt. Die Motive entwickelten sie aus ihren Eindrücken und Ideen, und sie sind sehr stolz, dass sie durch das Spiel auch ihre Mitschüler daran teilhaben lassen können. Das Memory-Spiel wird farbkopiert sowie laminiert und in mehrfacher Auflage der Grundschule Röwekamp zu Verfügung gestellt.

 

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