OLDENBURG 2008
EIN STADTRUNDGANG, DER EIN DUNKLES KAPITEL ERHELLT
Sechs Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 arbeiten im Communauten-Projekt der Oberstufe an der IGS Flötenteich mit. Gemeinsam mit ihren studentischen Betreuern Lena Sörje und Ulf Mohrmann widmen sie sich dem Thema „Oldenburg im Nationalsozialismus“.
Ziel der Schülerinnen und Schüler ist es, eine Broschüre anzufertigen, die als besonderer thematischer Stadtplan für einen individuellen Rundgang funktioniert. Die Communauten-Gruppe arbeitet zusätzlich noch an einer Führung, bei der sie selbst Interessierten die Stationen näherbringen und erläutern. Der studentische Betreuer Ulf Mohrmann unterstützt sie dabei, denn er hat Erfahrung mit Führungen im Museum.
Die Recherchephase war teilweise mühsam, aber die Schülerinnen und Schüler haben die Schwierigkeiten gut gemeistert und sind heute sehr zufrieden mit ihren Ergebnissen. Lange haben sie gemeinsam um Formulierungen für die Broschürentexte gerungen, haben zusammen das Layout und ein eigenes Logo entworfen. Die einzelnen Themenkomplexe, die in der Broschüre behandelt werden, sind:
• Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung und ihre Leidensorte in Oldenburg zur NS-Zeit
• Täter in Oldenburg zur NS-Zeit
• Politisch Verfolgte in Oldenburg zur NS-Zeit
• Homosexuelle in Oldenburg zur NS-Zeit
• Sinti und Roma
Diese Aspekte werden in der Broschüre mit Nummern versehen, wann immer sie sich mit einem wichtigen Ort verbinden lassen. Die Nummern erscheinen auf dem Stadtplan, der der Broschüre beigelegt ist. Auf diese Weise kann der Stadtrundgang individuell gemacht werden, da die Nummern auf die entsprechenden Punkte im Stadtplan verweisen. Zu Beginn des Projekts war diese Communauten-Gruppe deutlich größer gewesen. Es zeigte sich jedoch, dass in einer zu großen Gruppe eigenverantwortliches Arbeiten nicht gut möglich ist. Außerdem gab es organisatorische Schwierigkeiten in der Kommunikation untereinander.
Die sechs Schülerinnen und Schüler, die jetzt die Broschüre gestalten, identifizieren sich in hohem Maße mit dem Thema. Das zeigt sich auch darin, dass sie, ebenso wie ihre Betreuer, bereit sind, über die geplante Dauer des Communauten-Projekts hinaus an dem Thema zu arbeiten, damit sie ihre Ergebnisse in der Broschüre sowie in einer Stadtführung präsentieren können.

