PAPENBURG 2008
SICHTBARMALEN
Projektentwurf „Sichtbarmalen“ von Laura Wolfram
Gleich zu Beginn meines FSJ-Kultur-Jahres wurde ich mit der Begleitung eines neuen Projekts der Kunstschule Zinnober beauftragt: dem Communauten-Projekt der Stiftung Niedersachsen. Als Teilnehmerin am Freiwilligen Sozialen Jahr in der Kultur gehört die Übernahme eines eigenverantwortlichen Projekts zur allgemeinen Arbeit in der jeweiligen Einsatzstelle.
Nach den ersten AG-Treffen mit den Kindern der zwei Papenburger Haupt- und Realschulen sowie der Grundschule kristallisierte sich die Idee heraus, das Projekt mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Meine Aufgabe war es, die Konzeption, Organisation und Durchführung einer Gestaltungsphase im öffentlichen Raum zu konzipieren. Die drei Papenburger Stadtteile Aschendorf, Oben- und Untenende liegen geografisch weit auseinander. Bedingt durch die historische Entwicklungsgeschichte der Stadt verbrachten die Einwohner der Stadtteile noch bis in die frühe Vergangenheit ihren Alltag in Abgrenzung, und Gemeinschaften bestanden so oft nur innerhalb von Stadtteilgrenzen.
Darum lag die Idee nah, eine Gestaltung durchzuführen, welche das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Identifikation mit der Stadt und das Bewusstsein für das historische und kulturelle Erbe fördert. Aus dieser Idee ist dann das „Sichtbarmalen“ innerhalb des Communauten-Projekts erwachsen. Der Name ist paradox, denn was nicht sichtbar ist, kann auch nicht (sichtbar) gemalt werden – vergleichbar damit, dass die Stadtteile nicht erst zusammenwachsen müssen; sie sind Teil eines Ganzen, einer Stadt.
Voraussetzung für das Projekt war es, die Communauten-Kinder in die praktische Arbeit einzubeziehen und so gemeinsam ein möglichst beständiges Kunstobjekt innerhalb des Papenburger Stadtkreises zu schaffen. Letztlich sollen insgesamt drei Objekte im Rahmen des „Sichtbarmalens“ in Papenburg entstehen, jeweils ein Objekt in den drei Stadtteilen. Am geeignetsten dafür schien mir die künstlerische Gestaltung von gut sichtbaren Stromkästen an großen Durchgangsstraßen, Kreuzungen und Ähnlichem.
Um den Bezug zum Communauten-Projekt nicht zu verlieren, sollte die Gestaltung aber nicht willkürlich geschehen. Ich entschied mich also, die Motivwahl auf die allgemeinen Sehenswürdigkeiten der verschiedenen Papenburger Stadtteile zu beschränken und den Kindern dann die Auswahl zu überlassen, welche Bilder auf dem Stromkasten in einem der beiden anderen Stadtteile repräsentiert werden sollen. Denn es ist die Intention des Communauten-Projekts, die Beziehungen der Kinder zum eigenen Stadtteil und zur Stadt erkennbar zu machen und dabei zu helfen, sie zu vertiefen.

