PAPENBURG 2008PAPENBURG 2008

UNTERWEGS IN ASCHENDORF

Die Kinder sind fasziniert von Katrin Rolfes?` Erzählungen über die Meyer-Werft-Hallen
Die Kinder sind fasziniert von Katrin Rolfes?` Erzählungen über die Meyer-Werft-Hallen

 

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Das Geheimnis des Draiberges
In Aschendorf nehmen neun Kinder der 5. Klasse aus der Haupt- und Realschule Heinrich-Middendorf-Schule an dem Projekt teil. Auch hier sind wir bei den einzelnen Treffen meistens mit mehreren Erwachsenen anwesend. Selbstverständlich stellen wir uns auch hier beim ersten Termin alle vor, und die Kinder filmen sich gegenseitig. Diese Kinder wissen schon sehr viel über ihren Stadtteil, erzählen uns davon und von ihren Erfahrungen mit Stadtführungen.

 

Der für sie wichtigste Ort ist der „Aschendorfer Draiberg“. Wie viele andere Papenburger habe ich schon davon gehört, könnte aber nicht sagen, wo genau er sich befindet. Diese Wissenslücke bei uns Erwachsenen wollen die Kinder möglichst schnell schließen. So verabreden wir für den folgenden Termin eine Fahrradtour, wo die Kinder uns durch Aschendorf führen wollen und uns dabei nicht nur den „Draiberg“, sondern auch den Abenteuerspielplatz, einen ihrer Lieblingsplätze, zeigen wollen. Außerdem wollen sie sich für uns erkundigen, woher der Name „Draiberg“ kommt und was er bedeutet.

 

Bevor wir uns am folgenden Termin auf unsere Fahrräder schwingen, erzählen die Kinder, was sie über die Bedeutung des Namens Draiberg herausgefunden haben. Vanessa hat die Information dazu aus dem Internet und Nico hat einfach den Sachkundelehrer gefragt. "Drai“ kommt nicht von der Zahl 3, sondern von dem alten Wort „draien“ = „drehen“. Und das ist die Geschichte, die dahintersteckt: Im frühen Mittelalter gab es ein Kloster in Aschendorf und jedes Jahr zur Wintersonnenwende liefen die Mönche singend und betend spiralförmig zur Spitze des Hügels und wollten damit erbitten, dass die Sonne wieder höher steigen möge.

 

Kaum sind wir mit unserer Fahrradtour gestartet, beginnt es auch hier zu regnen. Wir lassen uns nicht abhalten, sondern filmen als Erstes den Abenteuerspielplatz. Ich kannte ihn bislang noch nicht und er erscheint mir nun als der größte in ganz Papenburg. Anschließend geht es einigermaßen trocken durch eine Wohnsiedlung zum Draiberg. Während der Fahrradtour erzählen mir die Kinder viele Geschichten darüber, was sich in den verschiedenen Gärten ereignet hat. So lerne ich an diesem Tag einiges über Aschendorf, und sei es nur, dass ich jetzt endlich weiß, wo genau der „berühmte“ Draiberg zu finden ist.

 

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Pläne schmieden
Als Nächstes steht die Besichtigung der Meyer Werft gemeinsam mit den anderen Papenburger Communauten auf dem Programm. Wie in der Untenender Gruppe fragen wir am Termin danach ebenfalls die Kinder, an was sie sich von der Führung noch erinnern können. Diese Gruppe hat mehr behalten, und die Communauten zählen einiges auf, was Frau Katrin Rolfes uns auf der Meyer Werft gezeigt hat. Am meisten hat die Kinder jedoch die Größe der Hallen beeindruckt.


Anschließend beginnen wir, ein Spiel zu entwerfen. Spiele üben auf die Schüler einfach eine Faszination aus. Auch wenn die Kinder in Aschendorf sich intensiver mit ihrem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzen als die anderen beiden Gruppen, so mögen sie anderen nicht gern darüber erzählen „müssen“, sondern wollen ihr Wissen lieber in Form eines Spiels weitergeben. Alwin und Florian entwerfen eine Art „Leiterspiel“ durch Aschendorf, Vanessa beginnt lieber mit einer kreativen Zeichnung des Spielnamens. Da sich plötzlich die Wolken verziehen, drängt es alle nach draußen und wir beschließen spontan, doch lieber durch den Ort zu gehen und uns Fragen für das Spiel zu überlegen.

 

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Das Aschendorfspiel
Im neuen Jahr setzen wir uns zusammen und überlegen, wie wir all die gesammelten Fragen und Antworten konkret verarbeiten können. Einige Kinder möchten lieber ein Brettspiel gestalten, dabei malen und Figuren schnitzen, die anderen Kinder möchten lieber eine Rallye ausarbeiten. Wir diskutieren, stimmen ab und einigen uns als Kompromiss darauf, erst ein Brettspiel zu gestalten und die Ausarbeitung der Rallye auf die hoffentlich sonnige Zeit nach Ostern zu verschieben.

 

Das Brettspiel, welches über mehrere Termine entsteht, baut auf der klassischen Form eines Würfelspiels auf. Man wird auf verschiedenen Wegen durch Aschendorf geschickt, muss dabei bestimmte Orte erreichen und zieht auf besonders gekennzeichneten Feldern „Ereigniskarten“. Auf diesen Karten stehen Fragen über den Ortsteil Aschendorf, einige leicht beantwortbare, einige, für die die Kinder besondere Kenntnisse brauchen. Die Antworten stehen jeweils mit auf den Karten. Wird die Frage richtig beantwortet, darf der Spieler weiterziehen, sonst muss er oder sie eine Runde aussetzen. Das Spielfeld entwerfen die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse selbst. Die Kinder nehmen Orte wie den Kletterturm, den Draiberg, das Stadion und ihre Schule in den Spielplan auf. Sie erscheinen auf dem Spielfeld genauso wie die große Schleuse in der Ems, Gut Altenkamp und natürlich das Wahrzeichen Aschendorfs – die Amanduskirche.

 

Während einige Kinder das Spielfeld anmalen, schneiden die anderen die Punkte aus oder überlegen sich weitere Fragen. Die Auswahl der Fragen auf diesen Karten ist das Ergebnis von Überlegungen wie:
• Was findet ihr wichtig in Aschendorf?
• Was wollt ihr anderen in Aschendorf zeigen?
• Was sollte man über die Aschendorfer Geschichte wissen?
• Was gehört alles zum Ortsteil Aschendorf und wo liegt er geografisch im Vergleich zum Rest von Papenburg?


Bea bringt Holz aus dem Familienbetrieb mit, und am letzten Termin vor den Osterferien werden die Spielfiguren sehr individuell gestaltet und angemalt. Nach den Ferien ist das Aschendorf-Spiel fertig und damit ein tolles Unikat. Es wird der Schule der Kinder zur Verfügung gestellt. Und es gibt die Idee, das Spielfeld auf festem Karton farbig zu kopieren und zu laminieren. So kann das Spiel in der Schule mit mehreren Exemplaren im Heimat- und Sachkundeunterricht eingesetzt werden. Mit der Fertigstellung des Spiels und dem Bemalen ihrer T-Shirts ist die Aschendorfer Gruppe jedoch keineswegs am Ende ihrer Aktivitäten.

 

Zum einen gehen seit Februar bei jedem Treffen abwechselnd zwei Kinder ins Jugendzentrum, um dort gemeinsam mit Ragnar den Film der Communauten zu schneiden und zu bearbeiten. Dann werden sie als Letzte der drei Gruppen die Trafostation anmalen. Und zu guter Letzt wollen die Kinder unbedingt noch eine Fahrradrallye fertigstellen.

 

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